... Vor der Behandlung

 

 

Die Planung...

 

für das Pferd sollte ca. 3 - 4 Tage Urlaub nach der Behandlung  eingeplant werden, damit der Bewegungsapparat sich in Ruhe umstellen kann.

 

Es empfiehlt sich daher, einen Zeitraum auszuwählen, der nicht unbedingt vor einem Turnier, Lehrgang o. ä. liegt.

 

 

 

Warm up?...

 

Viele Besitzer möchten ihrem Pferd etwas Gutes tun und es vor der Behandlung noch etwas aufwärmen. Oftmals verbinden sie hiermit den Gedanken, dass das Gewebe dann schon gelöst ist und für die darauffolgende Behandlung locker ist. Manche möchten auch eventuellen Überdehnungen bei einer Behandlung vorbeugen.

 

Hierzu soll gesagt sein, dass das grundsätzlich ein lobenswerter Gedanke ist.

 

Aber für den Therapeuten ist es absolut wichtig, das Pferd in der Bewegung im "kalten" Zustand zu sehen. Ist der Bewegungsapparat bereits locker, lassen sich viele Anormalien im Gangbild nicht mehr erkennen, da nun bereits die Muskulatur auch an verspannten Stellen gut durchblutet ist. Man kann sagen dass dadurch das Beschwerdebild verfälscht wird.

 

Auch über eine Überdehnung oder Verletzung bei der Behandlung müssen Sie sich keine Gedanken machen. Ein guter Therapeut wird niemals über die natürliche, gut fühlbare Barriere eines Gelenks oder der Muskulatur hinaus arbeiten.

 

Letzlich machen wir Menschen uns ja auch nicht warm, bevor wir zum Osteopathen gehen ; )

 

 

 

Ein sauberes und trockenes Pferd...

 

Es ist wichtig, dass das Pferd zur Behandlung sauber und trocken erscheint. 

 

Im nassen Fell ist keine Massage möglich, die für eine erfolgreiche Behandlung Voraussetzung ist. Grund hierfür ist zum einen dass keine gleitenden manuellen Griffe und Reflexzüge möglich sind und zum anderen dass die Muskulatur durch Nässe einen veränderten Tonus hat.

 

 

 

Equipment...

 

Sattel und Zaumzeug sollten für den Tag der Behandlung zur Kontrolle bereit liegen.

 

Ebenso das Longierequipment für die Gangbildanalyse.

 

 

 

 

Während der Behandlung

 

 

Ruhe und Bewegung...

 

Während der Behandlung wird das Pferd vom Besitzer am Strick gehalten.

 

Im Laufe der Behandlung bewegen sich die Pferde häufig. Das ist eine wichtige Reaktion des Körpers auf therapeutische Griffe und für mich ein wichtiges Signal.

 

Bewegung ist also wichtig und erwünscht während meiner Behandlung :) Deswegen sollte das Pferd nicht festgebunden werden.

 

Da so eine Behandlung schwere Körperarbeit für das Pferd ist und auch an unangenehmen Körperstellen gearbeitet wird, kommt es mitunter natürlich vor dass  es sich entziehen möchte. Das ist völlig normal. Über die Schmerzgrenze des Pferdes arbeite ich nicht hinaus.

 

Hinzu kommt, dass eine Behandlung eine Stunde und länger dauern kann und es nicht in der Natur eines Fluchttieres liegt, so lange still zu stehen.

 

Hier ist es für den Erfolg der Behandlung essentiell, auf das Verhalten des Pferdes einzugehen und die Bedingungen so anzupassen, dass es für das Pferd akzeptabel ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der Behandlung...

 

 

Urlaub :) ...

 

Nach der Behandlung braucht der Körper Zeit, um sich neu auszurichten.

 

Durch die häufig erfolgte Korrektur einer Schiefe hat das Pferd natürlich ein ganz anderes Gleichgewicht, an das es sich gewöhnen muss. Man könnte quasi sagen dass die Statik neu eingestellt worden ist.

 

In dieser Zeit ist es wichtig dass das Pferd nicht geritten und gearbeitet wird, aber trotzdem Bewegung hat!

 

Das bedeutet dass es ganz normal auf die Koppel, Paddock usw. kann. Auch Spaziergänge im Schritt sind möglich oder leichte Arbeit an der Hand. Hier sollte aber darauf geachtet werden sehr leichte Übungen zu nehmen, bei denen das Pferd kleine Biegungen auf großem Radius laufen kann. Die Bewegung soll nichts mit Anstrengung oder Arbeit zu tun haben.

 

 

 

"Muskelkater & Co."

 

Durch die erfolgte Behandlung wird oft die "Statik" des Pferdes verändert und so kommt es natürlich vor, dass das Pferd durch das neue Gleichgewicht und die veränderte Belastung von Gelenken, Muskeln, Bändern und Sehnen in den ersten Tagen anders läuft. Das ist vollkommen normal und ein wichtiger Prozess für die Umstellung auf die neue Körperhaltung.

 

Jedes Pferd reagiert anders auf die Behandlung. Während ein Pferd am nächsten Tag locker, frei und bewegungsfreudig läuft, bewegt sich ein anderes Pferd noch ein paar Tage später vorsichtig.

 

Daher ist der auf die Behandlung folgende Urlaub ein Muss.

 

Generell kann man sagen dass nach einer Zeit zwischen 3 - 8 Tagen der Bewegungsapparat wieder so weit ist, dass er die Arbeit wieder aufnehmen kann ohne dass das Behandlungsergebnis beeinträchtigt wird.

 

 

 

Reiten step by step...

 

Wenn zum ersten Mal nach der Behandlung geritten wird, ist es wichtig, das Pferd langsam daran zu gewöhnen, dass nun das Reitergewicht als zusätzlicher Faktor zu seinem neu gewonnenen Gleichwicht hinzu kommt.

 

Hier sollte man Step by Step vorgehen. Sobald man merkt dass das Pferd im Schritt unter dem Reiter stabil und sicher läuft kann man vorsichtig mit der Trabarbeit beginnen usw.

 

Generelle Faustregel: die einfachen Übungen sollten stabil und trittsicher funktionieren, damit zur nächsthöheren Schwierigkeit gewechselt werden kann. Das gilt auch für die Bodenarbeit.

 

Nach ein bis zwei Trainingseinheiten ist ein gesundes Pferd in aller Regel wieder voll belastbar.

 

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© Anne Seiwert